Tragisch

Diese Personen hatten Pech
Die tragischsten Geschichten bei Borussia Mönchengladbach: Robert Enkes Schienensuizid nach seiner Gladbach-Zeit, Steve Gohouris Tod im Rhein mit 34, Marcelo Pletschs Hodenkrebs-Diagnose in der Blüte seiner Karriere, Shmuel Rosenthals Pionierschicksal als erster Israeli in der Bundesliga.

Diese Personen hatten Pech

Robert Enke – Schienensuizid:1999 verlässt Robert Enke Borussia Mönchengladbach und wechselt zu Benfica Lissabon. Von dort geht es zum FC Barcelona, Besiktas Istanbul und schließlich zu Hannover 96. Im November 2009 begeht Robert Enke Selbstmord. Schienensuizid – so heißt es im Amtsdeutsch.

Henning Jensen – Tod mit 68 Jahren:Als Spieler gewinnt Henning Jensen fast alles. Zweimal mit Borussia Mönchengladbach, 1975 und 1976, gewinnt er die deutsche Meisterschaft, zweimal 1978 und 1979 mit Real Madrid die spanische Meisterschaft und 1980 mit Ajax Amsterdam die Meisterschaft in den Niederlanden. Mit den Gladbachern gewinnt er zusätzlich 1973 den DFB-Pokal und 1975 den UEFA-Cup. Henning Jensen stirbt am 4. Dezember 2017 im Alter von 68 Jahren an den Folgen seiner Krebserkrankung.

Steve Gohouri – Tod mit 34 Jahren:Steve Gohouri stirbt mit 34 Jahren. Der Ex-Gladbacher ist seit mehr als 3 Wochen vermisst, als seine Leiche nach Angaben der Düsseldorfer Polizei am 31.12.2005 am Rheinufer bei Krefeld angespült wird. Die Autopsie ergibt, dass es bei Gohouris Tod keine Anzeichen von Gewalteinwirkung gibt. Laut „Express“ hat der frühere Bundesligaspieler zu Drogen gegriffen und ist in den Rhein gestürzt. Gohouri spielt von 2007 – 2009 in der Abwehr von BMG und erzielt in 47 Spielen zwei Tore. Gohouris letzter Vereinstrainer Thomas Brdaric (früher Stürmer unter anderem bei Bayer Leverkusen und Hannover 96), der den Abwehrspieler beim Südwest-Regionalligist TSV Steinbach trainiert hat, äußert bereits Mitte Dezember gegenüber BILD offen die Sorge vor einem Selbstmord. Brdaric: „Ich habe Angst, dass er irgendeine Kurzschlussreaktion vorgenommen und sich was angetan hat. Er hatte Liebes-Stress!“ Dazu gibt es Gerüchte über hohe Schulden und Kontakte ins Drogenmilieu. Auch ein ehemaliger Teamkamerad bei Borussia bestätigt: „Steve ist leider an falsche Freunde geraten.“

Marcelo Pletsch – Die brasilianische Abwehrkante:Marcelo Pletsch spielt von 1999 – 2005 für Borussia Mönchengladbach. Gegen Ende der Saison 2004/05 wird er wegen vereinsschädigender Äußerungen suspendiert. Aufsehen erregt Pletsch mit einem Foul am 34. Spieltag der Saison 2002/03, als er den Spieler Markus Daun von Werder Bremen umgrätscht. Daun kann als Folge des Fouls mehr als sechs Monate lang nicht mehr Fußball spielen und findet nie wieder zu alter Form zurück. Nach seiner Fußballer-Karriere kehrt Pletsch nach Brasilien zurück und betreibt eine Schweinefarm und eine Spedition. Im November 2015 gerät der Ex-Profi in eine Polizeikontrolle im brasilianischen Bundesstaat Parana. In seinem LKW werden mehr als 793 Kilogramm Marihuana gefunden. Ein Gericht verurteilt ihn zu neun Jahren und zwei Monaten Haft. Davon sind, so das Urteil, mindestens dreieinhalb Jahre in einer Sechs-Mann-Zelle zu verbringen. Ein weiteres Gericht in Curitiba bestätigt das Urteil in zweiter Instanz. Pletsch beteuert weiterhin seine Unschuld. Das Gefängnis in Cascavel, in dem der ehemalige Gladbach-Profi einsitzt, ist berüchtigt.

Shmuel Rosenthal – Der erste Israeli:Shmuel Rosenthal ist der erste israelische Profi, der in der Bundesliga spielt. 1968 spielt er mit Israel bei den Olympischen Spielen in Mexiko, 1970 bei der Weltmeisterschaft - ebenfalls in Mexiko. Von 1972 bis 1973 spielt er 13 Spiele bei Borussia Mönchengladbach (zumeist als Libero) und schießt ein Tor. ,,Es war die beste Zeit meines Lebens", sagt er später über die Zeit am Niederrhein, ,,ich habe die Türen für alle israelischen Fußballer geöffnet. Damals erlaubte es der israelische Verband nicht, ins Ausland zu wechseln. Man galt als Verräter und wurde ein Jahr gesperrt“, sagt Rosenthal. Zwischen 1965 und 1973 spielt Rosenthal auch 43 Mal für die Israelische Fußballnationalmannschaft und erzielt für diese zwei Tore. Rosenthal wird 1997 in Israel zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt, weil er Teil einer Kokainschmuggler-Bande ist.

Berti Vogts Verteidiger Borussia Mönchengladbach
Steve Gohouri im Februar 2009 für Borussia Mönchengladbach. Foto: Imago Images/Thomas Zimmermann

Karl Del‘Haye - Bayern ruiniert seine Karriere:Vor der Saison 1980/81 wechselt Europameister Del‘Haye für die damalige Rekordablösesumme von 1,3 Millionen D-Mark zum FC Bayern München. Dort gerät seine Karriere in eine Sackgasse. Er sitzt unter Trainer Pál Csernai häufig auf der Ersatzbank oder gar auf der Tribüne, sodass er zum Paradebeispiel für den Vorwurf wird, der FC Bayern München würde Spieler von Konkurrenten abwerben, um diese zu schwächen, ohne jedoch die Spieler wirklich zu benötigen. Auch der 1983 vollzogene Trainerwechsel zu Udo Lattek verbessert Del‘Hayes sportliche Aussichten bei den Bayern nicht, aber erst 1985 zieht er die Konsequenzen und verlässt den Rekordmeister. Seiner Karriere hilft der Wechsel nicht mehr. So gut und persönlich erfolgreich wie zu seiner Gladbacher Zeit spielt Del‘Haye nie wieder.

Hans-Jörg Criens – Der König aller Joker:Hans-Jörg Criens stirbt im Alter von 59 Jahren an einem Herzinfarkt. Der dritterfolgreichste Bundesligatorschütze (92 Tore) in der Geschichte des Klubs verstirbt acht Tage nach seinem Geburtstag an Weihnachten 2019. Hans-Jörg Criens hat nie einen Titel gewonnen, aber entscheidende Tore geschossen. So gegen Werder Bremen im Halbfinale des DFB-Pokals im Jahr 1984, welches dem Verein die Endspielteilnahme gegen den FC Bayern sichert21.

Häufige Fragen

Was geschah mit Robert Enke und Gladbach?

Robert Enke verließ Borussia Mönchengladbach 1999. Am 10. November 2009 nahm sich der Torwart von Hannover 96 das Leben. Seine Zeit bei Gladbach war der Beginn einer Karriere, die tragisch endete.

Wer war Steve Gohouri?

Steve Gohouri war ein ivorischer Verteidiger, der von 2009 bis 2011 für Gladbach spielte. Im Januar 2016 wurde seine Leiche im Rhein bei Krefeld gefunden. Er wurde nur 34 Jahre alt.

Stefan Lainers Krebserkrankung und Comeback

Stefan Lainers Krebserkrankung: Im Dezember 2022 wird bei dem österreichischen Rechtsverteidiger eine Krebserkrankung am Schienbein diagnostiziert. Die Nachricht ist ein Schock für das gesamte Team. Lainer kämpft sich zurück, sein Comeback auf dem Rasen wird zum Symbol für Zusammenhalt und Hoffnung innerhalb des Vereins — eine der menschlich bewegendsten Geschichten dieser Phase, weit jenseits von Tabellenplätzen und Transferbilanzen.

Das Verletzungsdrama Mamadou Doucouré

Das Verletzungsdrama Mamadou Doucouré: Die Karriere des französischen Mittelfeldspielers wird immer wieder durch schwere Verletzungen ausgebremst. Kreuzbandriss folgt auf Kreuzbandriss. Doucouré steht stellvertretend für das Dauerpech, das den Kader in dieser Phase durchzieht — großes Talent, permanent gestoppt von den eigenen Knien.

Florian Neuhaus: Vom Nationalspieler zum Wertverfall

Der tragische Niedergang von Florian Neuhaus: Einst DFB-Nationalspieler, einst bei Bayern München und dem FC Barcelona gehandelt. Sein Marktwert steigt auf rund 40 Millionen Euro. Im März 2026 liegt er bei 3,5 Millionen. Kein Verletzungsdrama, sondern ein schleichender sportlicher Verfall — zerrieben zwischen ständigen Trainerwechseln, wechselnden Systemen und einem Umbruch, der Spieler wie ihn verschluckt. Unter Seoane gibt es Berichten zufolge persönliche Differenzen, die seine Einsatzzeiten weiter reduzieren. Neuhaus steht aber auch stellvertretend für ein größeres Problem der Gladbacher Personalpolitik: Der Verein hat in den letzten Jahren gerne „liebe Jungs" gekauft — charakterlich tadellos, spielerisch solide, aber als Mannschaft zu brav. An guten Tagen kombiniert man Bayern aus dem Stadion. An schlechten lässt man sich von den Rumpelfüßlern von Union Berlin den Schneid abkaufen. Neuhaus ist das Symbol für genau diese Ambivalenz: technisch hochbegabt, aber in den entscheidenden Momenten zu leise.

Tim Kleindienst: Die offene Akte

Tim Kleindienst — die offene Akte: Im Sommer 2024 kommt Kleindienst für acht Millionen Euro vom 1. FC Heidenheim und soll das sein, was Gladbach seit Jahren fehlt — ein robuster, aber spielintelligenter Mittelstürmer. Einer, der Bälle festhält, die Offensive sortiert und Kante gibt. Kleindienst liefert sofort: Tore, Assists, eine Nominierung für die deutsche Nationalmannschaft. Er wird zum anderen Gesicht der Borussia, das der Verein so dringend braucht — nicht brav, sondern unbequem. Dann reißt ihn eine schwere Verletzung aus der Saison 2025/26. Prognose: rund ein Jahr Ausfallzeit. Der Kader, ohnehin labil, bricht ohne ihn offensiv zusammen. Unter Seoane gelingt in fünf Spielen kein einziges Tor. Ob Kleindienst nach seiner Genesung das einlöst, was er vor der Verletzung angedeutet hat, ist eine der spannendsten Fragen für die Zukunft der Borussia.

Akte Bundesliga Netzwerk
Akte Bayern Akte BVB Akte Bayer Akte Schalke Akte Eintracht → Alle 22 Vereine