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Personae Non Gratae — Diese Typen sind unbeliebt

Peter Pander - Das Peter-Prinzip: Im April 2005 verpflichtet Borussia Mönchengladbach Peter Pander als Nachfolger des zurückgetretenen Sportchefs Christian Hochstätter.

ORACLE · LIVE Spieltag 31 · So., 03.05., 15:30
Gladbach BVB
Heim 25.2% 3.83
Unent. 24.7% 3.92
Ausw. 50.1% 1.93

Die Unerwuenschten

Peter Pander und der Insúa-Flop: Gladbachs teurer Manager-Irrtum

Pander macht aus der talentstolzen Borussia ein „Kaufhaus des Westens“ — am Ende steht 2007 der zweite Zweitliga-Abstieg.

Im April 2005 verpflichtet Borussia Mönchengladbach Peter Pander als Nachfolger des zurückgetretenen Sportchefs Christian Hochstätter. Pander sorgt für den bis dahin teuersten Transfer in der Mönchengladbacher Vereinsgeschichte, als er den argentinischen Fußball-Flop Federico Insúa für geschätzte 4,5 Millionen Euro verpflichtet. So kennt er es aus seiner Zeit als Manager beim VfL Wolfsburg.

Die einst für ihre Talentpflege berühmte Borussia verkommt in kurzer Zeit zum KaDeWe (Kaufhaus des Westens). Trotz Einkäufe neuer Spieler und diversen Trainerwechseln bleibt der erhoffte Erfolg aus. Am 8. März 2007 trennt sich Borussia Mönchengladbach von Pander.

Doch da ist es bereits zu spät. Die Borussia gewinnt in den letzten 15 Spielen der Rückrunde der Spielzeit 2006/07 nur zwei Mal und schafft vier Unentschieden. Das ist es.

Der Verein ist finanziell am Ende und zum zweiten Mal in der zweiten Liga angekommen.

Gladbach-Fans drücken am 06.11.1971 ihren Zorn gegenüber Inter Mailand aus. Foto: Imago Images/WEREK
Gladbach-Fans drücken am 06.11.1971 ihren Zorn gegenüber Inter Mailand aus. Foto: Imago Images/WEREK

Dick Advocaat: Rücktritt nach Anschlagsdrohung und Punkteflaute

Statt Ruhe brachte der Niederländer 18 Punkte aus 18 Spielen — und ging unter Druck der Fans freiwillig ohne Abfindung.

Zwischen November 2004 und April 2005 ist der Niederländer für die Geschicke in Gladbach verantwortlich. Als Nachfolger von Holger Fach soll Advocaat Ruhe in die Mannschaft bringen, doch das Gegenteil ist der Fall: Zwar holt das Kaufhaus des Westens für 3,5 Millionen Euro in der Winterpause sieben neue Spieler zu Borussia, doch Advocaat schaffte es nicht, das Potential der Mannschaft abzurufen. In 18 Spielen erringt er schwache 18 Punkte, am Ende bleiben die Fohlen sogar fünfmal in Folge sieglos.

Der Abstand zu den Abstiegsrängen, allen voran zum VfL Bochum, beträgt zwischenzeitlich acht Zähler und schrumpft unter Advocaat auf einen lausigen Punkt zusammen. Nachdem Fans im Stadion immer wieder lautstark nach Gladbacher Amateur-Coach Horst Köppel verlangen und es sogar eine Anschlagsdrohung gegen den erfolglosen Cheftrainer gibt, zieht dieser die Konsequenz. Advocaat tritt mit sofortiger Wirkung zurück und verzichtet aufgrund der schlechten Bilanz sogar auf seine Abfindung

Boninsegna und die Cola-Dose: das annullierte 7:1 gegen Inter

Ein Büchsenwurf in der 29. Minute beim 7:1 gegen Inter Mailand 1971 brachte Gladbach um den größten Europacup-Abend seiner Geschichte.

Roberto Boninsegna sabotiert vor 48 Jahren auf höchst dramatische Art und Weise das beste Europacup-Spiel Borussias aller Zeiten. Es ist die 29. Minute im Spiel gegen Inter Mailand, Gladbach liegt mit 2:1 in Führung. Ein Büchsenwurf aus der Gladbacher Fanecke trifft den italienischen Theatraliker, der umfällt und sich vom Feld tragen lässt.

Schiedsrichter Dorpmans sagt später in einem Interview mit dem Gladbacher Fanportal torfabrik.de, dass er zwar keine Beweise habe, man aber bei “den Italienern seinerzeit fast generell davon ausgehen (konnte), dass es sich bei der Aktion um Schauspielerei handelte". Mehr zum Spiel in der Sektion OMG.

Dunkle Kapitel

Van der Kroft in Madrid: zwei aberkannte Tore im Viertelfinale 1976

„Der Schiedsrichter hat uns den Sieg geraubt“ — Heynckes’ Urteil nach dem Aus gegen Real Madrid im Landesmeister-Cup.

Leonardus van der Kroft – Skandal in Madrid: „Der Schiedsrichter hat uns den Sieg geraubt“, fasst Jupp Heynckes die Ereignisse des skandalösen Abends zusammen. Im Viertelfinale des Europapokals der Landesmeister 1976 kommt es zum Duell mit Real Madrid, das aufgrund des aktiven Eingreifens des niederländischen Schiedsrichters van der Kroft eine ungeahnte Wendung nimmt. Der Holländer benachteiligt die Gladbacher und erkennt zwei reguläre Tore nicht an.

Gladbach scheidet aus. Mehr zum Spiel in der Sektion OMG.

Heiko Herrlich: vom Treueschwur zum erzwungenen BVB-Wechsel

Der Bundesliga-Torschützenkönig erzwingt 1995 unter Streikandrohung den Wechsel zur westfälischen Borussia — und wird zum Staatsfeind Nr. 1 am Bökelberg.

Wanderer zwischen den Borussen-Welten: Sein Wechsel im Sommer 1995 zur westfälischen Borussia macht den Bundesliga-Torschützenkönig zum Staatsfeind Nummer 1 am Bökelberg. Kurz vor dem Wechsel hat er Gladbach noch so etwas wie „ewige Treue“ geschworen, danach aber erzwingt er unter Streikandrohung seinen Wechsel. Er beruft sich auf eine Freigabezusage von Manager Rolf Rüssmann, an die der sich partout nicht erinnert.

Lothar Matthäus, „der Judas“: verschossener Elfmeter im Pokalfinale 1984

Im letzten Spiel für Gladbach scheitert Matthäus am 31. Mai 1984 vom Punkt — ausgerechnet gegen seinen künftigen Klub FC Bayern.

Keinem anderen Spieler nehmen sie in Gladbach den Wechsel zum FC Bayern München so übel wie Lothar Matthäus. Dass er in seinem letzten Spiel für die Mönchengladbacher im verlorenen Pokalfinale am 31. Mai 1984 ausgerechnet gegen die Bayern einen Elfmeter verschießt, verleiht dem Ganzen eine besondere Pikanterie. Mittlerweile ist der Ärger etwas verklungen.

Der DFB und Gladbach: vom Pfostenbruch 1971 zur WM-Ignoranz

Pfostenbruch-Wertung 1971, keine WM-Spiele 1974, 2006 und 2024: Mönchengladbach fühlt sich vom Verband systematisch übergangen.

DFB – Der Deutsche Fußball Bund: Gladbach und der Deutsche Fußball Bund, das ist keine Liebesbeziehung. Das gilt spätestens seit 1971, als das Pfostenbruch-Spiel gegen Werder Bremen mit 0:2 gewertet wird. Aber dabei bleibt es nicht: Die Nichtberücksichtigung der Stadt bei gleichzeitiger Berücksichtigung von Düsseldorf, Gelsenkirchen (weniger Einwohner als Mönchengladbach) und Dortmund als Austragungsorte von Spielen für die Fußball-Weltmeisterschaft 1974 wird von den Fans der Gladbacher als entscheidend dafür gewertet, dass der Verein seit dem Ende der 70-er Jahre mit den ganz Großen im deutschen Fußball nicht mehr mithalten kann.

Warum? Alle Austragungsorte und damit die lokalen Bundesligisten erhalten neue Stadien mit ungefähr dem Doppelten an Zuschauer-Fassungsvermögen, mit denen sich deutlich mehr Geld verdienen lässt als mit den alten Stadien. Als die Stadt weder für die WM im Jahr 2006 berücksichtigt und für die EM 2024 vorgesehen wird, ist endgültig Schluss mit Lustig für die Gladbacher Fans. Länderspiele der deutschen Nationalelf im Borussia Park haben seit den Entscheidungen eine besondere Note.

Häufige Fragen

Wer sind die umstrittensten Figuren bei Gladbach?
Borussia Mönchengladbach hat auch kontroverse Persönlichkeiten erlebt — Menschen, die dem Verein geschadet oder ihn gespalten haben.
Welche Spieler sind bei Gladbach in Ungnade gefallen?
Von erzwungenen Abgaengen bis zu öffentlichen Fehden — die unerwuenschten Figuren der Vereinsgeschichte.
Gab es grosse Kontroversen bei Gladbach?
Ja: das annullierte Pfostenbruch-Spiel gegen Bremen 1971, der Büchsenwurf gegen Boninsegna 1971, die Madrid-Schiedsrichter-Affäre um van der Kroft 1976, Matthäus’ Wechsel zu Bayern 1984 und Heiko Herrlichs Wechsel 1995 zum BVB nach Treueschwur prägen die Liste der Gladbacher Aufreger.
Was behandelt Personae Non Gratae?
Peter Pander - Das Peter-Prinzip: Im April 2005 verpflichtet Borussia Mönchengladbach Peter Pander als Nachfolger des zurückgetretenen Sportchefs Christian Hochstätter.
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