Karrieren, die zerbrachen
Robert Enke: vom Gladbacher Torwart zum Schienensuizid 2009
Nach Stationen bei Benfica, Barcelona, Istanbul und Hannover nimmt sich der Ex-Gladbacher im November 2009 das Leben.
Robert Enke – Schienensuizid: 1999 verlässt Robert Enke Borussia Mönchengladbach und wechselt zu Benfica Lissabon. Von dort geht es zum FC Barcelona, Besiktas Istanbul und schließlich zu Hannover 96. Im November 2009 begeht Robert Enke Selbstmord. Schienensuizid – so heißt es im Amtsdeutsch.
Henning Jensen: Titelsammler aus Dänemark, gestorben mit 68
Der Däne gewann mit Gladbach, Real Madrid und Ajax in drei Ländern Meistertitel. 2017 erlag er seiner Krebserkrankung.
Als Spieler gewinnt Henning Jensen fast alles. Zweimal mit Borussia Mönchengladbach, 1975 und 1976, gewinnt er die deutsche Meisterschaft, zweimal 1978 und 1979 mit Real Madrid die spanische und 1980 mit Ajax Amsterdam die Meisterschaft in den Niederlanden. Mit den Gladbachern gewinnt er zusätzlich 1973 den DFB-Pokal und 1975 den UEFA-Cup.
Henning Jensen stirbt am 4. Dezember 2017 im Alter von 68 Jahren an den Folgen seiner Krebserkrankung.
Steve Gohouri: Leiche im Rhein, Schulden und falsche Freunde
Drei Wochen nach seinem Verschwinden wird der Ex-Gladbacher Ende 2015 tot bei Krefeld aus dem Rhein geborgen.
Steve Gohouri stirbt mit 34 Jahren. Der Ex-Gladbacher ist seit mehr als 3 Wochen vermisst, als seine Leiche nach Angaben der Düsseldorfer Polizei am 31.12.2005 am Rheinufer bei Krefeld angespült wird. Die Autopsie ergibt, dass es bei Gohouris Tod keine Anzeichen von Gewalteinwirkung gibt.
Laut „Express“ hat der frühere Bundesligaspieler zu Drogen gegriffen und ist in den Rhein gestürzt.
Gohouri spielt von 2007 – 2009 in der Abwehr von BMG und erzielt in 47 Spielen zwei Tore. Gohouris letzter Vereinstrainer Thomas Brdaric (früher Stürmer unter anderem bei Bayer Leverkusen und Hannover 96), der den Abwehrspieler beim Südwest-Regionalligist TSV Steinbach trainiert hat, äußert bereits Mitte Dezember gegenüber BILD offen die Sorge vor einem Selbstmord.
Brdaric: „Ich habe Angst, dass er irgendeine Kurzschlussreaktion vorgenommen und sich was angetan hat. Er hatte Liebes-Stress!“ Dazu gibt es Gerüchte über hohe Schulden und Kontakte ins Drogenmilieu.
Auch ein ehemaliger Teamkamerad bei Borussia bestätigt: „Steve ist leider an falsche Freunde geraten.“
Auch in der Akte-Welt
Gleiches Kapitel · andere KlubsTraurige Schicksale
Marcelo Pletsch: vom Gladbacher Verteidiger zum Drogenhäftling
Sechs Jahre Bundesliga, dann eine Schweinefarm in Brasilien — und 793 Kilo Marihuana im LKW.
Marcelo Pletsch spielt von 1999 – 2005 für Borussia Mönchengladbach. Gegen Ende der Saison 2004/05 wird er wegen vereinsschädigender Äußerungen suspendiert. Aufsehen erregt Pletsch mit einem Foul am 34. Spieltag der Saison 2002/03, als er den Spieler Markus Daun von Werder Bremen umgrätscht.
Daun kann als Folge des Fouls mehr als sechs Monate kein Fußball mehr spielen und findet nie wieder zu aller Form zurück.
Nach seiner Fußballer-Karriere kehrt Pletsch nach Brasilien zurück und betreibt eine Schweinefarm und eine Spedition. Im November 2015 gerät der Ex-Profi in eine Polizeikontrolle im brasilianischen Bundesstaat Parana.
In seinem LKW werden mehr als 793 Kilogramm Marihuana gefunden. Ein Gericht verurteilt ihn zu neun Jahren und zwei Monaten Haft.
Davon sind, so das Urteil, mindestens dreieinhalb Jahre in einer Sechs-Mann-Zelle zu verbringen.
Ein weiteres Gericht in Curitiba bestätigt das Urteil in zweiter Instanz. Pletsch beteuert weiterhin seine Unschuld. Das Gefängnis in Cascavel, in dem der ehemalige Gladbach-Profi einsitzt, ist berüchtigt.
Shmuel Rosenthal: erster Israeli der Bundesliga, später Drogenhändler
Der Libero brach 1972 ein Tabu seines Verbands — und endete 1997 mit 13 Jahren Haft wegen Kokainschmuggels.
Shmuel Rosenthal ist der erste israelische Profi, der in der Bundesliga spielt. 1968 spielt er mit Israel bei den Olympischen Spielen in Mexiko, 1970 bei der Weltmeisterschaft - ebenfalls in Mexiko. Von 1972 bis 1973 spielt er 13 Spiele bei Borussia Mönchengladbach (zumeist als Libero) und schießt ein Tor.
"Es war die beste Zeit meines Lebens", sagt er später über die Zeit am Niederrhein.
"Ich habe die Türen für alle israelischen Fußballer geöffnet. Damals erlaubte es der israelische Verband nicht, ins Ausland zu wechseln.
Man galt als Verräter und wurde ein Jahr gesperrt", sagt Rosenthal. Zwischen 1965 und 1973 spielt Rosenthal auch 43 Mal für die Israelische Fußballnationalmannschaft und erzielt für diese zwei Tore.
Rosenthal wird 1997 in Israel zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt, weil er Teil einer Kokainschmuggler-Bande ist.
Karl Del'Haye: 1,3 Millionen Mark zum FC Bayern, dann die Tribüne
Der Europameister wechselte 1980 für die Rekordablöse nach München — und fand seine Form nie wieder.
Karl Del‘Haye - Bayern ruiniert seine Karriere: Vor der Saison 1980/81 wechselt Europameister Del‘Haye für die damalige Rekordablösesumme von 1,3 Millionen D-Mark zum FC Bayern München. Dort gerät seine Karriere in eine Sackgasse. Er sitzt unter Trainer Pál Csernai häufig auf der Ersatzbank oder gar auf der Tribüne, sodass er zum Paradebeispiel für den Vorwurf wird, der FC Bayern München würde Spieler von Konkurrenten abwerben, um diese zu schwächen, ohne jedoch die Spieler wirklich zu benötigen.
Auch der 1983 vollzogene Trainerwechsel zu Udo Lattek verbessert Del‘Hayes sportliche Aussichten bei den Bayern nicht, aber erst 1985 zieht er die Konsequenzen und verlässt den Rekordmeister.
Seiner Karriere hilft der Wechsel nicht mehr. So gut und persönlich erfolgreich wie zu seiner Gladbacher Zeit hat Del‘Haye nie wieder gespielt.
Hans-Jörg Criens: Joker mit 92 Toren, gestorben Weihnachten 2019
Der dritterfolgreichste Bundesliga-Torschütze der Borussia stirbt mit 59 an einem Herzinfarkt.
Hans-Jörg Criens stirbt im Alter von 59 Jahren an einem Herzinfarkt. Der dritterfolgreichste Bundesligatorschütze (92 Tore) in der Geschichte des Klubs verstirbt acht Tage nach seinem Geburtstag an Weihnachten 2019. Hans-Jörg Criens hat nie einen Titel gewonnen, aber entscheidende Tore geschossen. So gegen Werder Bremen im Halbfinale des DFP-Pokals im Jahr 1984, welches dem Verein die Endspielteilnahme gegen den FC Bayern sichert.
Hans-Jörg Criens – Der König aller Joker: Hans-Jörg Criens stirbt im Alter von 59 Jahren an einem Herzinfarkt. Der dritterfolgreichste Bundesligatorschütze (92 Tore) in der Geschichte des Klubs verstirbt acht Tage nach seinem Geburtstag an Weihnachten 2019. Hans-Jörg Criens hat nie einen Titel gewonnen, aber entscheidende Tore geschossen. So gegen Werder Bremen im Halbfinale des DFB-Pokals im Jahr 1984, welches dem Verein die Endspielteilnahme gegen den FC Bayern sichert21.