Udo Lattek ist der Nachfolger von Hennes Weisweiler als Trainer bei BMG. Das ist bekannt. Weitgehend unbekannt ist, dass sich Lattek bei dem Wechsel zu den Borussen ziemlich unkorrekt verhält.\n\nNicht gegenüber dem FC Bayern und auch nicht gegenüber BMG, sondern gegenüber Rot Weiß Essen.
Nach seinem „Aus“ beim FC Bayern München sucht Udo Lattek, damals 40, eine neue sportliche Herausforderung. Die scheint er bei Rot-Weiß Essen zu finden.\n\nZumindest unterschreibt er für die Saison 1975/76 einen Vertrag, geht dann aber nach Hennes Weisweilers überraschendem Abschied im Mai zu Borussia Mönchengladbach, dem amtierenden Meister und Bayern-Rivalen der letzten Jahre: „Was würden Sie denn machen, wenn Sie die Wahl zwischen einem Fahrrad (Essen) und einem Mercedes (M’gladbach) hätten?“ In Mönchengladbach übernimmt Lattek eine intakte Mannschaft mit Spielern wie Uli Stielike, Jupp Heynckes, Herbert Wimmer, Allan Simonsen, Rainer Bonhof und Berti Vogts und legt den „Fohlen“ Zügel an. Anstelle des „Hurra-Stils“ seines Vorgängers legt er den Schwerpunkt stärker auf den Defensivbereich und gewinnt mit einer stabilen Abwehr die beiden nächsten Meisterschaften 1976 und 1977. Ein weiterer Titel-Hattrick in den 1970-er Jahren ist die Folge.
1977 steht er mit Gladbach auch im Finale des Europapokals der Landesmeister, im gleichen Jahr steigt Rot-Weiß Essen aus der Bundesliga ab und ist seitdem nicht wieder zurückgekommen.