Borussia Mönchengladbach führt nach knapp einem Drittel des Spiels vor 28.000 Zuschauern mit 2:1. In der 29. Spielminute kommt es im Vorfeld eines Einwurfs an der Seitenlinie zur Rangelei zwischen Gladbachs Ludwig „Luggi“ Müller und Inter-Star Roberto Boninsegna. Eine Getränkedose fliegt von den Zuschauerrängen in Richtung Boninsegna. Der Italiener sinkt zu Boden und wälzt sich minutenlang auf dem Rasen.\n\nDie Betreuer behandeln den Stürmer auf dem Platz, schlussendlich tragen sie ihn in die Gästekabine, wo sich der Torschützenkönig der Serie A versteckt.
Unter Protest nimmt Inter die Partie wieder auf. Gladbach spielt sich fortan in einen Rausch.\n\nFünf Treffer schenken Günter Netzer, Jupp Heynckes und Co. dem italienischen Meister noch ein. Nach der Partie legt Inter legt bei der UEFA Widerspruch gegen die Spielwertung ein.
Die Disziplinarkommission entscheidet, das Spiel zu annullieren und auf neutralem Platz zu wiederholen.\n\nIn das geht Inter mit einem 4:2-Vorsprung, den es im ausverkauften Berliner Olympiastadion über die Zeit rettet, auch weil Sieloff einen Elfmeter verschießt. Bis heute umstritten bleibt, ob Boninsegna wirklich von der Blechdose ausgeknockt worden ist. Dem „Opfer“ zufolge sei die Dose voll gewesen und habe ihn am Kopf getroffen.
„Der Büchsenwurf war wie ein K.o.-Schlag für mich. Ich war für 15 bis 20 Sekunden bewusstlos“, sagt Boninsegna später dem „WDR“.