Nicht ohne Grund lautet die Postanschrift des VfL Borussia Mönchengladbach heute „Hennes-Weisweiler-Allee 1". Mit ihm verbinden die Borussen den Aufstieg vom Provinzverein zum international anerkannten Klub mit dem unaussprechlichen Namen. Außerdem bleibt bis heute kein Trainer nach ihm länger.\n\nElf Jahre lang hat der Kölner die Gladbach- Zügel in der Hand und dirigiert den Verein.
Seine offensive Spielweise sorgt für Furore. Noch heute sprechen Experten mit Hochachtung von seiner Kontertaktik.\n\nSein 1959 veröffentlichtes Lehrbuch „Der Fußball. Taktik, Training, Mannschaft“ gilt weiterhin als Standardwerk für die Ausbildung von Fußballtrainern aller Leistungsklassen und als Orientierungshilfe für die Gestaltung des Trainings.
Der stets offensiv denkende Trainer hat enormen Anteil an der bis heute andauernden Popularität der Borussia.\n\nSein Credo: „Der Sinn des Fußballs ist es doch, mehr Tore als der Gegner zu schießen und nicht weniger Tore als der Gegner zu kassieren.“ Seine Spieler halten sich daran, am 7. Januar 1967 sorgt Borussia für das erste zweistellige Bundesligaergebnis (11:0 gegen Schalke). Mit dieser Philosophie gewinnt Borussia knapp jedes zweite Spiel unter Weisweiler (169 von 340), der in Mönchengladbach nie einen Vertrag hat. Es zählt das gesprochene Wort.
Weil er das im Mai 1975 bricht, als er sich überraschend mit dem FC Barcelona einigt, geht er im Unfrieden vom Bökelberg. Der Groll ist längst verzogen, wie der Verein seitdem oft genug bewiesen hat, der ihm ab Frühjahr 2020 eine sechsmonatige Ausstellung im Clubmuseum widmet.