Akte Borussia Mönchengladbach
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Momente Unvergessliche Momente

Warum Weisweiler beim 1. FC Köln scheiterte

Weisweiler wollte regionale Talente formen, Präsident Kremer kaufte etablierte Stars – der Konflikt kostete den Trainer seinen Job.

Mit großen Ambitionen bin ich in Köln gestartet, als Spielertrainer und Gründungsmitglied sollte ich den gerade gegründeten Verein zu einem deutschen Spitzenverein machen. Ich glaube, ich hätte es geschafft, wenn man mich gelassen hätte. Aber „der Boss“ hat mich nicht in Ruhe arbeiten lassen, jedenfalls nicht so wie ich es gewollt habe.\n\nIch wollte junge Spieler aus der Region um mich herum scharen und aus diesen ein Team formen, das meine Idee von Fußball umsetzt.

Kremer wollte mit Hilfe der lokalen Wirtschaft etablierte Stars verpflichten. Und tat das auch, in der Regel ohne mich vorher zu fragen.\n\nDoch »Tschik! Decken!

Arschloch!« (Zlatko Cajkovski) und ich – das passte gar nicht.\n\nUnd sich bei mir beschweren, wenn die von ihm verpflichteten Spieler sich wieder mal als Fehleinkauf erwiesen – das ging mir irgendwann gegen den Strich. Als der Erfolg ausblieb und wir regelmäßig die Endrunde der Oberliga verpassten, musste ich gehen. Zuerst nach Rheydt, dann nach einem zweiten Versuch beim „effzeh“ zu Viktoria Köln auf die andere Rheinseite und als auch das nicht funktionierte nach Mönchengladbach.

Große Erfolge als Vereinstrainer hatte ich bis dahin nicht.

Günter Netzer im dritten Spiel Borussia Mönchengladbach gegen Inter Mailand in Berlin 1971. Foto: Imago Images
Günter Netzer im dritten Spiel Borussia Mönchengladbach gegen Inter Mailand in Berlin 1971. Foto: Imago Images